Samstag, 05.10.2013


Der Festakt am Vormittag im Forum der Europaschule Herzogenrath

Bericht der Aachener Zeitung vom 07.10.2013



Weitere Impressionen zum Festakt finden Sie in der Bildergalerie.






  

Die Ansprache des Bürgermeisters der Stadt Herzogenrath anlässlich des Festakts zur Städtepartnerschaftsbegegnung 2013 in Herzogenrath in Ausschnitten:

„Ich begrüße Sie alle ganz herzlich zu der zentralen Veranstaltung der diesjährigen Partnerschaftsbegegnung zwischen den Städten Herzogenrath, Plérin und Bistritz sowie den befreundeten Städten Kerkrade, Mayschoss und Cookstown.

Unter dem Motto: „Unionsbürgerschaft und Teilhabe“ haben wir in den nächsten drei Stunden eine wahrlich harte Nuss der EU zu knacken oder besser zu diskutieren.

Die Unionsbürgerschaft wurde 1992 durch den Vertrag von Maastricht, Art 17 des Vertrages zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft – kurz: EGV, eingeführt. Mit dieser Regelung sind alle Bürger und Bürgerinnen eines Mitgliedsstaates der Europäischen Union zugleich auch UnionsbürgerInnen.

Was bedeutet die Unionsbürgerschaft denn nun konkret für uns?

Als Unionsbürger  können wir uns im Hoheitsgebiet der Mitgliedsstaaten frei bewegen und aufhalten. Dieses Recht  auf Freizügigkeit ist ein Kernelement der Unionsbürgerschaft geworden. Diese durch die europäischen Verträge gewährleistete Grundfreiheit ist maßgeblich am wirtschaftlichen Erfolg des Binnenmarktes und am Zusammenwachsen der Europäischen Union beteiligt.

Die Grenzmauer zwischen Herzogenrath und der niederländischen Nachbarstadt Kerkrade ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie die EU unser Zusammenleben verändert hat.

Der ein oder andere von Ihnen hat sicherlich schon mal die Neustraße in Herzogenrath besucht oder alte Archivbilder gesehen, auf denen diese Grenzstraße zunächst mit einem Zaun und später mit einer sogenannten „Leicon-Mauer“, einem Mäuerchen aus Betonsteinen von der Nachbarstadt abgegrenzt war.

1991 wurden diese Mauer in Abstimmung mit den niederländischen Freunden abgerissen und die Grenze zum ungehinderten Passieren geöffnet. Damit ging die Neustraße als  „erste europäische Grenzstraße“ in die Historie ein.

Wir haben 1991 Mauern eingerissen – augenscheinlich aber auch symbolisch. Denn mit dieser Annäherung hat sich auch unsere Zusammenarbeit im Eurode Zweckverband sehr positiv und erfolgreich entwickelt.

Verehrte Gäste – zurück zur Unionsbürgerschaft.

Neben dem Recht auf Freizügigkeit haben wir auch das Recht, in allen 27 EU-Ländern wie Inländer behandelt zu werden, wenn es zum Beispiel um die Suche nach Arbeit oder den Kauf einer Wohnung geht.

Wir haben das aktive und passive Wahlrecht bei Kommunalwahlen sowie bei den Wahlen zum Europäischen Parlament in unserem Wohnsitzland, auch wenn man nicht  dessen Staatsangehörigkeit besitzt.  

Wir können uns in der Amtssprache unserer Heimat an alle Organe der EU wenden und erhalten in derselben Sprache eine Antwort.

Alles in allem soll damit uns Europäern das Leben leichter gemacht und unsere Mobilität gestärkt werden.

Immerhin leben aktuellen Statistiken zufolge 13,6 Millionen der insgesamt rund 500 Millionen EU-Bürger nicht in ihrem Heimatland. Vor allem für junge Menschen will die EU-Kommission Qualitätsstandards für Praktika und Trainees durchsetzen.

Der Abbau von demokratischen Hindernissen ist nach wie vor ein Schwerpunkt.  Geht etwa der Pass verloren, soll eine einfache Meldebescheinigung für Reisen innerhalb der EU als Ausweispapier genügen.

Wie ich Medienberichten entnehmen konnte, hat das Vertrauen der Bürger in die EU-Institutionen laut Eurobarometer in den vergangenen Jahren stark abgenommen und hat in diesem Frühjahr einen historischen Tiefpunkt in wichtigen EU-Ländern erreicht.

Wie kann das Vertrauen in die EU  auch auf nationaler Ebene wieder hergestellt werden?

Im kommenden Jahr werden wieder Europawahlen stattfinden – sie sind ein ganz besonderer Gradmesser für die Wahrnehmung der Europäischen Gemeinschaft.“

Die Rede des Vorsitzenden des Partnerschaftskomitees Herzogenrath e.V., Herr Reinhard Granz, wurde aus Zeitgründen während des Festakts nicht gehalten, sie wird hier nachgeliefert und – wie versprochen – den Partnerstädten als PDFzur Verfügung gestellt.




Am Nachmittag des Samstags war folgendes Programm angesagt:

Exkursion in die Grenzregion Herzogenrath/Kerkrade:

„Gelebtes Europa ohne Grenzen“

Der Herzogenrather Bürgermeister Christoph von den Driesch führte die Gäste durch die Grenzregion Herzogenrath und besuchte das sogenannte historische Dreieck:

Burg Rode – Kloster Rolduc – Baalsbrugger Molen.




Die Schülergruppe aus Plérin wurde vom Vorsitzenden der Partnerschaftskomitees und einem Mitglied des Kuratoriums von Burg Rode in historischem Kostüm durch das Wahrzeichen von Herzogenrath, die Burg Rode, geführt. Seit 1104 ist diese Burg nachweisbar, seit über 900 Jahren gehen Menschen darin ein und aus. Die Burg hat viele Jahrhunderte bewegter Geschichte erlebt, auch Menschen wurden darin gefoltert.

Führung durch Burg Rode für die Mitglieder des Kinderparlaments aus Plérin


Die franz. Kinder auf der Treppe von Burg Rode





Der Samstagabend: Musik für Millionen





Ein hochkarätiges Musikprogramm unter der Moderation des Tenors Mario Taghadossi, der auch mit Klassikern zu brillieren und begeistern wusste! Die Vielfalt des musikalischen Spektrums kann man am Auftritt einer jungen persischen Santur-Künstlerin ermessen, diese traditionelle iranische Musik wurde eingebunden in Rock, Pop, Folk und Populär-Klassisches. Im Zentrum der Auftritt der Tanzgruppe aus der rumänischen Partnerstadt Bistritz.

Die Bilder in der Bildergalerie zeigen die Künstler und die Begeisterung der zahlreichen Besucher.

© 2012 Stadtverwaltung Herzogenrath . Rathausplatz 1 . 52134 Herzogenrath