„Was brauchen Erziehungsstellenfamilien im Alltag?“

Bedürfnisse von Pflegekindern verstehen und Bindungsangebote passend gestalten

Mit diesem Inhalt beschäftigten sich Erziehungsstellenfamilien, Beraterinnen der Erziehungsstellen und Pflegefamilien, sowie Vormünder aus den Städten Alsdorf, Eschweiler, Herzogenrath und aus der StädteRegion am 10.11.2018 in den Räumen von ABBBA in Alsdorf.

Frau Dr. Martina Cappenberg, Diplom Psychologin und Gerichtsgutachterin aus Münster, wurde für diesen sehr spannenden Fachtag gewonnen.

Seit Jahren ist Frau Dr. Cappenberg als Dozentin an der Fachhochschule Münster im Bereich, Qualifizierung von Vormündern und Verfahrensbeiständen tätig. Ihre Referententätigkeiten sind bundesweit in Fachkreisen der Pflege- und Adoptiveltern bekannt.

Zahlreiche Veröffentlichungen  zum Thema Bindung und Kindeswohl runden ihre Fachlichkeit ab. Insofern war es toll, sie für eine regionale  Veranstaltung vor Ort zu haben.

Frau Dr. Cappenberg stellte zunächst die Grundlagen der Bindungstheorie und den qualitativen Aspekt der „beobachtbaren Fürsorge“ vor. Die Folgeerscheinungen, die langfristigen Konsequenzen der frühen Bindungserfahrungen bildeten einen weiteren Schwerpunkt des Fachtages. „Es gibt immer einen guten Grund sich zu verhalten“. Diesen zu erkennen und angemessen darauf einzugehen, ist eine große Herausforderung im Erziehungsalltag.

„Kinder werden Erwachsenen nur dann in einen Dialog einbeziehen, wenn folgendes gilt: Alle Wünsche und Bedürfnisse sind erlaubt und alle Ängste und deren Abwehr sind berechtigt“,  lautet eine Kernaussage ihres Vortrages.

Dem Kind muss in seiner „bösen Welt“ beigestanden werden und es muss die Bereitschaft bestehen, diese mit dem Kind zu betreten. Dann kann das Kind in einem verarbeitenden Beziehungsangebot neue Erfahrungen machen.

„Für die Erziehungsstellenfamilien bedeutet dies konkret, dass sie den Kindern klar als Erwachsene begegnen, Kenntnis von den erlebten Schwierigkeiten haben, Schutz und Verarbeitung anbieten können“, resümiert Ingrid Breuer vom Jugendamt Herzogenrath.

Frau Weller vom Jugendamt Alsdorf bedankte sich für den fundierten Vortrag und den offenen Dialog mit allen Teilnehmern.

Einmal jährlich bieten die Jugendämter im Verbund einen Fachtag an, um die Erziehungsstellenfamilien in ihrer pädagogisch herausfordernden Arbeit, gut zu begleiten.

Familien die ebenfalls überlegen ein Pflegekind aufzunehmen, können sich gerne an die Jugendämter, Alsdorf, Eschweiler, Herzogenrath, StädteRegion Aachen wenden.

Alle Erziehungsstellenberaterinnen informieren gerne über die Aufgaben von und über die Leistungen für Erziehungsstellenfamilien.

Alsdorf: Frau Weller, Tel.: 02404-50340,

Escheiler: Frau Uhr, Tel.: 02403-71469,

Herzogenrath: Frau Breuer, Tel.: 02406-83515,

StädteRegion Aachen: Frau Steinbeck, Tel.: 0241-51985134.

Foto: Ingrid Breuer

Datum:13.11.2018

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