In diesem Jahr wird Pater Shay Cullen mit der Martin Buber-Plakette ausgezeichnet.
Bild v.li.n.re.: Künstlerin INK Sonntag-Ramirez Ponce, Bürgermeister Christoph von den Driesch/Herzogenrath, Bürgermeister Jos Som/Kerkrade und der Euriade Intendant Werner Janssen

Martin Buber-Plakette 2017 für den irischen Pater Shay Cullen

Die Verleihung findet am 17. November 2017 in Kerkrade statt

Seit 1969 arbeitet der Priester auf den Philippinen und gründete wenige Jahre später die PREDA-Stiftung, um Menschenrechte, Gerechtigkeit und Frieden zu fördern.

Am 28. April 2017 gab der Intendant der Euriade Stichting, Werner Janssen, den diesjährigen Preisträger der Martin Buber-Plakette bekannt: den irischen Pater Shay Cullen.

Die Verleihung findet am 17. November 2017 in Kerkrade statt.

Pater Shay Cullen wurde am 27. März 1943 in Dublin, Irland, geboren. Nach Abschluss der höheren Schulbildung trat er der Missionarischen Gesellschaft von St. Columban bei, weil er „hinaus in die Welt gegen und etwas in seinem Leben tun wollte, dass anderen Menschen nützen würde“, wie er erklärte. Im April 1969 wurde er als Priester ordiniert. Kurze  Zeit später wurde er auf die Philippinen berufen und arbeitete in Olongapo City  (Gemeinde St. Joseph) und der Provinz Zambales (Gemeinde St. Marcelino). 

1974 gründete er die PREDA Foundation in Olongapo um Menschenrechte, Gerechtigkeit und Frieden zu fördern. In dem Glauben, dass Armut, Gewalt und Kindesmissbrauch Frieden im Wege stehen und zu unzufriedenen Menschen und Verbrechen führen, hat er danach gestrebt, Kindesmissbrauch auszumerzen und den Respekt für Kinderrechte zu stärken. Er arbeitet für Frieden und eine bessere Gesellschaft indem er sein bestes versucht, die ungerechten ökonomischen, politischen und sozialen Strukturen zu ändern.  Jahrelang war er Kämpfer gegen Sextourismus und Kinderprostitution, Initiator einer Kampagne zur Auflösung und Umnutzung der Militärbasen, international bekannter Redner, Medienkommentator, Autor zahlreicher Gedichte und Lieder. Cullen arbeitet auch als Journalist mit wöchentlichen Kolumnen in The Sunday Times (Manila), mit Beiträgen im Philippine Daily Inquirer und anderen Zeitungen und auf der Webseite der PREDA-Stiftung. Er war Delegierter bei der Konferenz über den Entwurf der Kinderrechtskonvention 1989 in Helsinki und wurde bereits mehrmals für den Friedensnobelpreis nominiert. 2000 erhielt er den Menschenrechtspreis der Stadt Weimar, 2001 den Menschenrechtspreis der italienischen Stadt Ferrara.

Werner Janssen: „Die diesjährigen Veranstaltungen des EURIADE Festivals stehen unter dem Motto: „Kinder unserer Welt“. In diesem Jahr existiert die EURIADE bereits seit 40 Jahren und seither steht der Dialog, das dialogische Prinzip mit dem der Philosoph Martin Buber (1878 – 1965) u.a. bekannt geworden ist, im Mittelpunkt aller Veranstaltungen. Das Kuratorium Martin Buber-Plakette und der Vorstand der Euriade bestimmten Pater Shay Cullen zum diesjährigen Laureaten, weil er sich um die Kinder unserer Welt kümmert. Er lebt auf den Philippinen als Mitmensch für verwahrloste Straßenkinder und übernimmt mit seiner Arbeit eine enorme gesellschaftliche Verantwortung.“

Die beiden Eurode Bürgermeister, Christoph von den Driesch aus Herzogenrath und Jos Som aus Kerkrade, lobten Werner Janssen für die hervorragende Jugendarbeit der EURIADE-Stiftung. Seit nun bereits 40 Jahren treffen sich Jugendliche aus aller Welt, aus den verschiedensten Kulturen, Ländern, Religionen, Überzeugungen und Systemen zur „Jugend im Dialog“. Die Jugendlichen haben dabei Gelegenheit sich zu begegnen, sich kennen zu lernen, sich zu respektieren und Freundschaften zu schließen. “Das ist ein hervorragendes Friedensprojekt bei dem die Jugendlichen als Multiplikatoren fungieren. Wir in den Eurode Städten unterstützen das Projekt intensiv. Wir freuen uns sehr, dass auch Träger für die Martin Buber-Plakette nominiert werden, die nicht im Rampenlicht stehen, sondern eher im Hintergrund agieren“, so von den Driesch. In diesem Jahr wird der Preisträger Shay Cullen die Jugendlichen sogar eine komplette Woche bei ihren Begegnungen begleiten.

Besondere Aufmerksamkeit bei der Präsentation von Pater Cullen zog ein junger Mann aus Herzogenrath auf sich. Luca Bücken, ein ehemaliger Schüler des Herzogenrather Gymnasiums, ging nach seinem Abitur 2012 für ein Jahr auf die Philippinen im Rahmen des Misereor Weltwärts Programmes. Heute studiert er Jura in Maastricht mit dem Schwerpunkt ‚Menschenrechte‘.  „Cullen unterstützt Menschen, die komplett vergessen sind. Wenn man seine Arbeit kennenlernt, verändert man seine Einstellung zu menschlichen Potentialen“, berichtet Bücken. Auf den Philippinen wurde er mit unvergesslichen Lebensumständen konfrontiert. Zu seiner Arbeit gehörten regelmäßige Besuche in Gefängnissen und Polizeistationen, um die Zustände vor Ort zu überprüfen und den Betroffenen zu helfen. Die Eindrücke, die er in diesem Jahr bei seiner Arbeit sammelte, waren für ihn nachhaltig prägend. Nach seiner Heimkehr gründete er gemeinsam mit weiteren ehemaligen PREDA Freiwilligen und anderen Menschenrechtsaktivisten im  Juli 2013 den PREDA Freundeskreis e.V.. Ziel des Vereins ist es in enger Zusammenarbeit mit PREDA auf den Philippinen den Kampf um mehr Kinder- und Menschenrechte in kleinen Schritten auf der Welt voranzutreiben und ein Bewusstsein der Sensibilität und der Anerkennung für diejenigen zu schaffen, die seit Kindertagen Missbrauch und Mischachtung erfahren mussten.

Wer mehr über die Arbeit des PREDA Freundeskreis erfahren möchte, kann sich an folgende Kontaktadresse wenden:

PREDA Freundeskreis e.V.

Bendstr. 60, 52134 Herzogenrath

Mobil: 0157/52590563

E-Mail: freundeskreis@preda.org

Foto: Pressestelle Stadt Herzogenrath

Datum:02.05.2017

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